Whatsapp, nein danke!

Whatsapp wird per 8. Februar seine Datenschutzbestimmungen ändern. Das führt dazu, dass sämtliche Daten aus Whatsapp von Facebook in anderen Produkten (Instagram, Facebook etc.) genutzt werden dürfen.


Das Entwicklerportal XDA-Developers geht davon aus, dass zu Beginn Informationen wie die eigene Telefonnummer, IP-Adresse und die Nutzungsdaten der App weiterverarbeitet werden. Bisher scheinen die Nachrichten und deren Inhalte selber nicht davon betroffen zu sein. Die Nachrichten werden verschlüsselt übertragen und sollten demnach nicht so einfach ausgewertet werden können.

Dennoch gibt es schon einige Jahre Berichte von Benutzern, dass sie plötzlich passende Werbung zu gewissen Schlagwörtern in ihren Nachrichten erhalten haben. Auch wenn Experten nicht davon ausgehen, dass Facebook aktiv unser Verhalten via Whatsapp-Chats untersucht und entsprechende Werbung schaltet. Dennoch zeigen Tests vom NDR, dass es zumindest Ansatzweise reproduzierbar ist.


Es gilt, besonders bei Apps, welche "kostenlos" sind, auf die Zugriffe, welche das App möchte, zu achten. Ist es wirklich notwendig, dass Whatsapp permanent auf meinen Standort zugreifen kann? Diese Frage sollte man sich generell bei jedem installierten App stellen! :)


"Wenn etwas umsonst ist, bist du das Produkt." Unbekannt

Gibt es Alternativen?


Natürlich gibt es Alternativen. Es gibt unzählige Alternativen. Es gibt auch unendlich viele Vergleiche, welcher der Messenger denn der Beste ist. Entsprechend gibt es auch auch unendlich viele Tests, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Den perfekten Messenger gibt es nicht.


Whatsapp hat sich vor allem mit seiner Pionierrolle durchgesetzt, da er 2009 einer der ersten Messenger auf Smartphones war. Dadurch hatte er von Anfang an einen sehr steilen Erfolgkurs eingeschlagen. Aktuell sind es mehr als 2 Milliarden Nutzer und Nutzerinnen. Diese Verbreitung sorgt auch dafür, dass viele sich vor einem Umstieg scheuen.


Die SMS funktioniert, was Multimediainhalte (Videos, Fotos etc.) übrigens fast genauso gut wie Whatsapp. Ich kann zwar keine Gruppenchats machen und sehe nur auf I-Phones, ob jemand meine Nachricht auch gelesen hat, dennoch funktioniert diese Lösung auf allen Geräten einwandfrei.


THREEMA

Ich persönlich habe mich mit der App Threema (Schweizer Entwickler) angefreundet. Viele Funktionen von Whatsapp bietet Threema im gleichen Umfang wie der Mitbewerber. Es können Gruppenchats erstellt werden, Umfragen in Chats (endlich Terminabsprachen direkt im Messenger), Bilder, Videos und Sprachnachrichten versendet werden.


Der zusätzliche, aber nicht unwesentliche Vorteil von Threema ist zweifellos der Schweizer Datenstandort. Somit unterstehen sämtliche Daten dem Schweizer Rechtsstaat. Ausserdem hat Threema am 21. Dezember 2020 ihren Quellcode freigegeben - es ist nun Open Source. End-to-End Verschlüsselung ist für alle Chats aktiviert. Ein Webclient ist natürlich ebenfalls an Bord und funktioniert in den gängigen Browsern.


Einen Nachteil hat Threema seinen Mitbewerbern gegenüber - er kostet etwas. Threema ist nicht komplett kostenlos, seine bekannten Mitbewerber aber schon. Ist das ein Problem? Ich denke nicht. Threema kostet einmalig ganze CHF 3.00. Damit wird der Betrieb der Serverinfrastruktur und Entwicklung finanziert. Ebenfalls gibt es die Threema Work Variante, welche von vielen grossen Unternehmen und Behörden wie der Polizei verwendet wird.


Warum nicht Signal oder Telegram?


SIGNAL

Signal ist wohl die beste Alternative, nach Threema. Matthew Rosenfeld hat vor einigen Jahren Signal auf den Markt gebracht. 2018 wurde die Signal Foundation ins Leben gerufen, welche als Non-Profit Unternehmen deine Privatsphäre verbessern soll. Auch hat sich Brian Acton, ehemaliger Gründer von Whatsapp, den Signal Entwicklern angeschlossen. Er, welcher nach der Übernahme von Whatsapp durch Facebook, wegen Datenschutzbefürchtungen Whatsapp verlassen hat.


Das klingt alles sehr interessant und ist im Gesamtpaket auch sehr gut umgesetzt. Aber, es gibt immer ein aber, Signal ist ein US Unternehmen, welches dem CLOUD Act unterliegt. Dieser CLOUD Act ermöglicht es US Behörden, auf Daten des Dienstes zuzugreifen. Dies natürlich nur im Fall eines Verfahrens, bis jetzt.


TELEGRAM

Der dritte im Bunde, welcher sich langsam sehr verbreitet, ist Telegram. Das Programm aus Russland wird schon seit vielen Jahren aktiv genutzt. Leider hat aber auch dieses Programm einige unschöne Entwicklungen gemacht. Die End-to-End Verschlüsselung ist in den Standardeinstellungen nicht aktiviert. Das heisst, der User muss diese erst manuell aktivieren. In Gruppenchats gibt es keine Verschlüsselung. Ausserdem werden die Daten auf den Telegram Servern gespeichert. Zwar verschlüsselt, aber wer weiss schon, wo der Schlüssel dazu überall rumliegt.


Telegram hatte ich einige Zeit um 2010 selber im Einsatz. Es war Whatsapp schon mit vielen Dingen voraus. Verschlüsselung war schon möglich, GIF direkt in den Chats und einige andere Funktionen waren bereits vor 10 Jahren implementiert. Doch Whatsapp hat sich dann wegen seiner Verbreitung doch wieder durchgesetzt.


Abschliessend muss jeder für sich selber entscheiden, welche Kriterien für ihn stimmen. Unten sind die Links zu den allen Apps aufgelistet.

Threema ist für Apple iOS und Android erhältlich

Telegram ist für Apple iOS und Android erhältlich

Signal ist für Apple iOS und Android erhältlich


XDA-Developers

NDR


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